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Karcag
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Sie ist vor allem durch ihre traditionsreiche Kultur in Bezug auf ihre Vergangenheit und die Region Großkumanien als dessen Hauptstadt bekannt. Ein besonderes Merkmal ist der bis heute erhaltene Einfluss der Kyptschaken, welche zur Zeit des Mongoleneinfalles gemeinsam mit den Ungarn in dieser Region lebten. Durch das vielfĂ€ltige kulturelle Angebot ist die Stadt bei Touristen sehr beliebt.

Contents

‱ Lage
‱ Geschichte
‱ Politik
‱ Tourismus
‱ Bildung
‱ Medien
‱ Vereine
‱ Weblinks

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Lage

Karcag liegt im Bereich der Großen Ungarischen Tiefebene, etwa 60 Kilometer von Debrecen in westlicher Richtung entfernt. Es befindet sich am sĂŒdlichen Rand des Nationalparkes HortobĂĄgy. Einige Gebiete der Stadt befinden sich innerhalb dieses Naturschutzgebietes.

Die Stadt ist zudem das Zentrum der historischen Region Großkumanien (NagykunsĂĄg). Dieser Name stammt von dem Begriff "Kumanen", einer alternativen Bezeichnung fĂŒr die Kyptschaken. Die Bedeutung der Zugehörigkeit zu diesem Gebiet schlĂ€gt sich unter anderem im lokalen kulturellen Angebot nieder.

Durch Karcag verlaufen die 4. Fernverkehrsstraße und die 100. Eisenbahnlinie.

Der HortobĂĄgy-BerettyĂł fließt entlang der Gemeindegrenze zu PĂŒspökladĂĄny.

Bevölkerung

Etwa bis zum Jahr 1960 stieg die Bevölkerungszahl auf ca. 26.000 Einwohner. Seitdem ist dieser Wert am Stagnieren und fĂ€llt. 2014 betrĂ€gt die Einwohnerzahl 20.380. Aufgrund des anhaltenden Schwundes ist die gegenwĂ€rtige Einwohnerzahl noch geringer. GrĂŒnde hierfĂŒr liegen in sinkenden Geburtenraten und Abwanderung. Vor allem die Ă€ußeren Wohngebiete sind davon betroffen. WĂ€hrend 1949 am Stadtrand 6.805 Menschen lebten, waren es 1980 nur noch 1.260.

| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner |
|---|---|---|---|
| 1869 | 14.486 | 1941 | 25.551 |
| 1880 | 15.825 | 1960 | 26.035 |
| 1890 | 18.197 | 1970 | 24.638 |
| 1900 | 20.896 | 1980 | 25.230 |
| 1910 | 22.996 | 1996 | 22.579 |
| 1920 | 22.569 | 2008 | 21.128 |
| 1930 | 24.248 | 2011 | 20.298 |

Die Mehrheit Karcags bekennt sich zum protestantischen, insbesondere dem calvinistischen und baptistischen Glauben. Daneben befindet sich die Katholische Kirche als zweitwichtigste Gemeinschaft.

Weiterhin existieren in der Stadt griechisch-orthodoxe und jĂŒdische Minderheiten, welche ihre UrsprĂŒnge in sich sesshaft gemachten griechischen KaufmĂ€nnern haben.

Namensherkunft

Die Herkunft des Wortes „Karcag“ ist nicht genau geklĂ€rt. Als wahrscheinlich wird aber eine kyptschakische Herkunft betrachtet. Demnach stammt die Bezeichnung von einem kyptschakischen Personennamen, der wiederum auf den Namen der asiatischen Fuchsgattung „Qarsaq“ zurĂŒckzufĂŒhren ist.cite-ref-2[2] FĂŒr diese Annahme spricht der seit 1506 belegte frĂŒhere Stadtname „KarcagĂșjszĂĄllĂĄs“, was so viel wie „Neue Herberge des Qarsaq“ bedeutet. TatsĂ€chlich fand man Spuren einer vorherigen Siedlung aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

Im 19. Jahrhundert erhielt Karcag seinen heutigen Namen.

Geschichte

Erste Spuren von jungsteinzeitlichen Kulturen im heutigen Stadtgebiet bestehen hauptsÀchlich aus Keramik. Sie wurden auf einen Zeitraum etwa 4000 v. Chr. datiert. SpÀtere Funde aus der Kupfer- und Bronzezeit stammen aus dem darauf folgenden Jahrtausend. Im 2. bis 4. Jahrhundert n. Chr. lebten die Sarmaten, ein Bund iranischer Reitervölker, in der Region.

Die Ungarn besiedelten das Land im 10. Jahrhundert. ZunĂ€chst als Eindringlinge folgten ihnen im 13. Jahrhundert die Kyptschaken, welche im stĂ€ndigen Kampf mit den Ungarn um das Gebiet lebten. Diese Auseinandersetzungen wurden schon bald im Zuge des Mongolensturmes beigelegt, in dem sich beide Völker gegen die Mongolen verteidigten. Jedoch waren die Invasoren siegreich, sodass das Land verwĂŒstet und grĂ¶ĂŸtenteils entvölkert wurde. Gemeinsam vollzogen die Ungarn mit den Kyptschaken als Untertanen den Wiederaufbau der Region. Letztere genossen zwar relative SelbststĂ€ndigkeit, waren aber dem König gegenĂŒber zum MilitĂ€rdienst verpflichtet. Sie wurden letztendlich zum Christentum bekehrt und assimiliert. Noch bis ins 17. Jahrhundert hinein waren Sprecher der kyptschakischen Sprache bekannt. Den heutigen Bewohnern sind von ihnen einige geographische Namen, Lehnwörter und das kulturelle Erbe erhalten geblieben, das weiterhin intensiv gepflegt wird.

WĂ€hrend der TĂŒrkenkriege hatte Karcag aufgrund der umliegenden Moorgebiete eine gĂŒnstige Verteidigungsposition. Darum wurden zunĂ€chst die umliegenden Dörfer zerstört. Erst nach der Eroberung von Szolnok im Jahre 1552 konnte die Stadt eingenommen werden. Wie auch in den anderen besetzten Gebieten Ungarns flohen viele Einwohner, die nach der Befreiung teilweise zurĂŒckkehrten. Anschließend begann die Herrschaft der Habsburger. Sie verkauften Großkumanien 1702 gegen den Willen der ansĂ€ssigen Bevölkerung an den Deutschen Orden. Diese setzte sich erfolgreich gegen die Besatzung zur Wehr, sodass sich der Orden nach drei Jahren zurĂŒckzog. Die Region wurde unter ZugestĂ€ndnissen von Privilegien wieder ins Habsburgerreich eingegliedert. Als Gegenleistung mussten Soldaten aus Karcag im Österreichischen Erbfolgekrieg 1740 bis 1748 fĂŒr Maria Theresia kĂ€mpfen.

Die nachfolgenden Jahrzehnte waren von starkem Wachstum geprĂ€gt. Der an einem der wichtigsten Handelswege Ungarns liegende Ort erfuhr einen massiven wirtschaftlichen Aufschwung und avancierte zum Zentrum fĂŒr Handel, Kultur und Wirtschaft Großkumaniens. Dadurch wurde Karcag dessen Verwaltungssitz. In der ersten HĂ€lfte des 18. Jahrhunderts war die Landwirtschaft der klar dominierende Wirtschaftsfaktor. Danach gewannen handwerkliche Berufe an Bedeutung und es entstanden die ersten Gilden. Um 1770 versuchten die Katholiken auf Anweisung von Maria Theresia in der Gegend Fuß zu fassen. Zwar konnten sie sich etablieren, ihnen gelang es jedoch nie, die protestantische Mehrheit nennenswert zu schwĂ€chen.

1849 war Karcag am im Jahr zuvor begonnenen Kampf gegen die österreichische Herrschaft beteiligt. Die Soldaten der Stadt unterstĂŒtzen die Verteidigung von Debrecen, der Hauptstadt der im Zuge der Revolution ausgerufenen Ungarischen Republik. Karcag war einer der am lĂ€ngsten Widerstand leistenden Orte, musste sich aber letztendlich ebenfalls ergeben.

Im Jahr 1857 wurde Karcag an das nationale Eisenbahnnetz angeschlossen. 1872 fand eine Regierungsreform statt (siehe Abschnitt: Politik). Die kirchlichen Angelegenheiten wurden nun von drei protestantischen und zwei katholischen Pfarrern geleitet. Ein Magistrat unterstĂŒtzte diese Arbeiten. Als weitere Religionsgemeinschaften etablierten sich orthodoxe und Juden. Da Karcag als Handelszentrum von HĂ€ndlern aus vielen Regionen bereist wurde, haben sich griechische Kaufleute im Ort niedergelassen und ihre Glaubensgemeinschaften etabliert.

Wegen der steigenden Einwohnerzahlen (ca. 25.000 bis 1935) wurde eine landwirtschaftliche Reform eingeleitet. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Weidelandes ging an die Landwirtschaft ĂŒber. Gleichzeitig wurde Karcag industrialisiert. Vor allem die ErnĂ€hrungs- und Bekleidungsindustrie wurde aufgebaut. Jedoch entstand gleichermaßen ein GefĂ€lle zwischen Arm (Bauern, Arbeiter) und Reich (Fabrikbesitzer). 1909 wurde das erste Kraftwerk der Stadt eingeweiht.

Im Jahr 1913 gab es in der damaligen Stadt mit geordnetem Magistrat 6.070 HÀuser und 22.996 Einwohner auf einer FlÀche von 67.223 Katastraljochen.cite-ref-3[3] Sie gehörte zu dieser Zeit zum Komitat Jåsz-Nagykun Szolnok.

Der Erste Weltkrieg forderte in Karcag 555 Menschenleben. Die SchĂ€tzungen der Verluste im Zweiten Weltkrieg liegen bei mehreren hundert. Außerdem wurden 117 WohnhĂ€user, das Stadtarchiv und ein Museum mit zahlreichen kyptschakischen AusstellungsstĂŒcken zerstört. Die Rote Armee nahm den Ort am 9. Oktober 1944 ein. Die Großgrundbesitzer wurden enteignet und deren Land auf die Kleinbauern aufgeteilt. Die neue Regierung forcierte die Industrialisierung rĂŒcksichtslos. 1948 begann der Aufbau der Bekleidungsindustrie mit elf Fabriken. 1960 wurden die Maßnahmen intensiviert, sodass ab 1970 viele Kleinbauern mit ihren Einzelgehöften durch Großbetriebe verdrĂ€ngt wurden. Familien, die ihre gewohnte Lebensweise nicht aufgeben wollten, mussten wegziehen. Dadurch verfielen die traditionellen Bauernhöfe und wurden abgerissen. Gegen die Überbevölkerung in der Innenstadt wurden vermehrt MietshĂ€user errichtet. EinfamilienhĂ€user, in denen meist zwei Generationen einer Familie leben, sind aber bis heute beliebter.

Politik

Die anfĂ€ngliche Stadtverwaltung von Karcag war gleichzeitig der Hauptsitz Großkumaniens. Hierbei wurden die Rechtsprechung und Volksvertretung von einem Magistrat ĂŒbernommen. Es bestand aus zwei Vorsitzenden und 13 Schöffen. Zwar fanden jĂ€hrlich Wahlen statt, jedoch waren Macht und Reichtum maßgeblich fĂŒr die Wahlergebnisse ausschlaggebend. Dadurch blieben die wichtigsten Positionen oftmals bei denselben einflussreichen Familien.

1872 gab es eine Regierungsreform. An der Spitze stand nur noch ein einzelner BĂŒrgermeister, der den Vorsitz ĂŒber einen Stadtrat trug. Dieses Gremium aus 80 Ratsmitgliedern wurde zur einen HĂ€lfte aus Bauern und Arbeitern gebildet, und zur anderen aus den 40 grĂ¶ĂŸten Steuerzahlern der Stadt. Weiterhin erhielt der BĂŒrgermeister UnterstĂŒtzung durch wichtige AmtstrĂ€ger, wie den Polizeichef und den Steuerverwalter, und vier allgemeine BeirĂ€te.

Der Stadtrat von Karcag besteht heute aus 17 Mitgliedern. Er ĂŒbt, da Großkumanien keine eigenstĂ€ndige Verwaltungseinheit mehr ist, nicht mehr die politische Leitung ĂŒber diese Region aus. Stattdessen wurde das Kleingebiet Karcag mit der gleichnamigen Hauptstadt gebildet.

In Karcag befindet sich ein kasachisches Konsulat.

Seit Mai 2005 lÀuft ein Projekt zur intensiven Zusammenarbeit mit den Nachbarorten. Dessen Inhalte sehen unter anderem Kooperationen in der Infrastruktur, dem Bildungswesen und der Wirtschaft vor.cite-ref-4[4]

StÀdtepartnerschaften

Es bestehen folgende StÀdtepartnerschaften:cite-ref-5[5]

‱ RumĂ€nien Cristuru Secuiesc, RumĂ€nien, seit 1990
‱ Polen Krosno OdrzaƄskie, Polen, seit 2004
‱ Ungarn Kunszentmiklós, Ungarn, seit 2009
‱ Frankreich Longueau, Frankreich, seit 2004
‱ Kasachstan Merki, Kasachstan, seit 1998
‱ Slowakei Moldava nad Bodvou, Slowakei, seit 1998
‱ Serbien Moravica, Serbien, seit 1994
‱ Deutschland Schwarzheide, Deutschland, seit 2004

Wirtschaft und Infrastruktur

Die historische Bedeutung der Landwirtschaft ist im Lauf der Zeit massiv zurĂŒckgegangen. WĂ€hrend 1949 fĂŒr sie nur noch 6906 Einwohner gearbeitet haben, sank die Zahl bis 1980 sogar auf 2808. Ursache hierfĂŒr ist die Industrialisierung, welche im Zuge des kommunistischen Regimes verstĂ€rkt Einzug hielt. Die einst wichtige Bekleidungsindustrie hat mittlerweile grĂ¶ĂŸtenteils an Bedeutung verloren. Stattdessen sind vor allem die ErnĂ€hrungs- und Keramikindustrie, eine GlashĂŒtte und eine Erdgasförderungsanlage aktiv.

Laut der letzten Datenbestandsaufnahme von 1996 sind 1.205 Betriebe in der Stadt:

| Art | Anzahl | Anteil in % |
|---|---|---|
| KaufmÀnnisch-gewerbliche Firmen | 392 | 32,5 |
| Industrie | 286 | 23,7 |
| Post- und Transportwesen | 88 | 7,3 |
| Landwirtschaft | 84 | 7,0 |
| Tourismus | 74 | 6,1 |
| Sonstige | 281 | 23,4 |

Öffentliche Einrichtungen

Die Stadtverwaltung tagt im 1912 fertiggestellten Rathaus. Weitere öffentliche Verwaltungsaufgaben werden vom Arbeitsamt und dem Vermessungsamt wahrgenommen.

In Karcag befindet sich die fĂŒr diese Region zustĂ€ndige gerichtliche Instanz.

Soziale und medizinische Aufgaben verrichten ein Altersheim, KindergĂ€rten und das 1946 erbaute KĂĄtai-GabĂłr-Krankenhaus. Es bietet Platz fĂŒr 450 Patienten.

Verschiedene Banken haben in der Stadt eine oder mehrere Filialen, darunter die österreichische Erste Bank AG.

Tourismus

Karcag ist ein beliebter Urlaubsort. Um den Tourismus effizient koordinieren zu können, wurde ein TourismusbĂŒro eingerichtet.

Der Tourismus stellt fĂŒr den Ort einen wichtigen Wirtschaftszweig dar. Davon profitieren vor allem die Herbergen und Hotels. 1994 wurden in Karcag 94 GaststĂ€tten gezĂ€hlt. Zudem gibt es ein Strandbad und eine Thermalquelle, mit deren Wasser ein Heilbad betrieben wird.

Hauptanziehungspunkt sind die SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt (siehe unten), die das gesamte Gebiet von Karcag weitrĂ€umig verzieren.

Bildung

Die grundlegende Bildung wird von diversen Grund- und Mittelschulen wahrgenommen. FĂŒr einen weiterfĂŒhrenden Abschluss wurde 1894 das GĂĄbor-Áron-Gymnasium eingerichtet. Zudem gibt es eine Musikschule.

Trotz der nachlassenden Bedeutung der Landwirtschaft in Karcag ist die SĂĄmuel-Szentannai-Agrarfachschule nach wie vor ein wichtiger Forschungsstandpunkt fĂŒr Agrarwissenschaften. Die UniversitĂ€t Debrecen hat hier ihr Agrarwissenschaftszentrum.

FĂŒr außerschulische Bildung ist die stĂ€dtische Bibliothek zustĂ€ndig. Sie betreibt kulturelle Förderung fĂŒr die Jugend und veranstaltet beispielsweise Kunstwettbewerbe.

Medien

Karcag besitzt einen Fernsehsender, Karcag TelevĂ­ziĂł, welcher sein Programm in der Woche 18–21 Uhr und am Wochenende ab 9 Uhr ausstrahlt. HauptsĂ€chliche Inhalte sind aktuelle lokale Themen, wie GesprĂ€che mit dem BĂŒrgermeister und anderen wichtigen Personen, und kulturelles. Der Sender ist zusĂ€tzlich im Internet mittels Live-Stream empfangbar.

Die wöchentlich erscheinende Zeitung Karcagi Hírmondó enthÀlt ebenfalls lokale und kulturelle Inhalte.

Öffentlicher Verkehr

Der Bahnhof Karcag befindet sich an den Bahnstrecken Szolnok–Debrecen sowie Karcag–TiszafĂŒred. Außerdem bietet das Verkehrsunternehmen VolĂĄn mehrere Busverbindungen an.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Als Zentrum fĂŒr Handel und Kultur beinhaltet Karcag schon seit langem eine mannigfaltige Gesellschaft. Im Rahmen der ungarischen UnabhĂ€ngigkeitsfeiern am 20. August wird dies besonders hervorgehoben. Nicht zuletzt aufgrund des vielfĂ€ltigen kulturellen Angebotes hat die Stadt bereits mehrere Auszeichnungen erhalten.cite-ref-6[6]

Bauwerke und DenkmÀler

In ganz Karcag befinden sich ZierdenkmĂ€ler. Zu den bekanntesten zĂ€hlt die KumanengedenkstĂ€tte, die 1995 von SĂĄndor Györfi, einem landesweit bedeutsamen KĂŒnstler, aufgestellt wurde. Sie erinnert in Form einer Statuengruppe an das ehemals hier lebende Volk der Kyptschaken.

Da Lajos Kossuth durch seine Verdienste fĂŒr die UnabhĂ€ngigkeit Ungarns als Nationalheld gilt, wurde ihm zu Ehren im Jahr 1907 eine Bronzestatue angefertigt.

FĂŒr die Gefallenen der beiden Weltkriege steht jeweils ein Denkmal.

Durch die hohe Anzahl an Religionsgemeinschaften sind viele Kirchen in der Stadt. Der im klassizistischen Stil erbauten protestantischen Kirche folgte 1901 eine neogotische katholische.

Griechische HĂ€ndler haben 1796 sowohl eine orthodoxe Kirche als auch Ikonenstatuen errichtet. Weiterhin gibt es eine 1899 errichtete Synagoge.

Das IstvĂĄn-Györffy-Museum ist der Nachfolger jenes Museums, das im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Von den damaligen AusstellungsstĂŒcken wurde ein Großteil vernichtet. Bis heute wird versucht, eine neue Sammlung mit kyptschakischer Kunst und lokalen, traditionellen und zeitgenössischen Exponaten aufzubauen. Nebenbei existiert das Heimatmuseum Großkumanien mit demselben Ziel.

Die Karcager Töpferei ist im ganzen Land berĂŒhmt fĂŒr ihre Töpferkunst im traditionellen Stil mit kyptschakischen EinflĂŒssen. Insbesondere das Töpferhaus des SĂĄndor KĂĄntor, einem regionalen KĂŒnstler, stellt eine große Bedeutung fĂŒr die großkumanische Kunst dar.

Der Stadt sind einige GebĂ€ude aus den vergangenen Jahrhunderten erhalten geblieben, darunter WohnhĂ€user, eine Apotheke und eine WindmĂŒhle aus dem 19. Jahrhundert. Die unter Denkmalschutz stehenden Bauten sind heute Museen, wo fĂŒr die jeweiligen GebĂ€ude typische GegenstĂ€nde und Werkzeuge ausgestellt sind.

Im Arboretum ist die Pflanzenwelt Großkumaniens zusammengefasst.

Seit 1802 steht nordöstlich des Ortes die ZĂĄdor-BrĂŒcke, welche ĂŒber den inzwischen ausgetrockneten gleichnamigen Fluss fĂŒhrte.

Als kulturelles Zentrum der Stadt fĂŒr die Einwohner und Touristen zĂ€hlt das BĂŒrgerhaus. Es enthĂ€lt unter anderem ein Kino und Raum fĂŒr Tanz- und Theaterauftritte der örtlichen Vereine.

Dazu ergĂ€nzend wurde 1926 ein Kulturpalast errichtet. In ihm befinden sich ein Kultur- und Jugendzentrum und das TourismusbĂŒro.

Vereine

Die stĂ€dtischen Vereine beschĂ€ftigen sich hauptsĂ€chlich kulturell. Im Vordergrund stehen insbesondere die Volkstanzgruppen, die das kulturelle Erbe der Region aufrechterhalten. Entsprechend finden in Karcag vergleichsweise hĂ€ufig Feste und Veranstaltungen statt, wie das Gedenkfest an die Kyptschaken, oder ein Fest zu Ehren der ungarischen Husaren, die im Amerikanischen BĂŒrgerkrieg gekĂ€mpft haben. Zu manchen Ereignissen werden TĂ€nzer und Delegationen aus den PartnerstĂ€dten herangezogen.

FĂŒr die musikalische Unterhaltung sorgen jeweils ein Sinfonie- und Streichorchester, dazu kleinere Musikgruppen und Bands.

Karcag besitzt eine BĂŒrgerwehr. Sie nimmt hauptsĂ€chlich zeremonielle Aufgaben wahr, unterstĂŒtzt aber auch die Polizei bei der Wahrung der öffentlichen Ordnung.cite-ref-7[7]

Persönlichkeiten

‱ RĂ©ka BordĂĄs (* 1997), Handballspielerin
‱ Sándor Fazekas (* 1963), Politiker
‱ SĂĄndor Györfi (* 1951), Bildhauer
‱ Avram Hershko (* 1937), Chemiker
‱ SĂĄndor KĂĄntor (1894–1989), KĂŒnstler und TrĂ€ger des Kossuth-Preises
‱ Wilhelm Karczag (1857–1923), Schriftsteller
‱ Anastasija Lewkowa (* 1986), ukrainische Journalistin, Schriftstellerin und Kulturmanagerin
‱ IrĂ©n LovĂĄsz (* 1963), SĂ€ngerin
‱ Gyula NĂ©meth (1890–1976), Linguist und Turkologe
‱ Anita Pádár (* 1979), Fußballspielerin
‱ Zita Szabó (* 1975), Triathletin
‱ Ágnes Vadai (* 1974), Politikerin und Wissenschaftlerin
‱ Kevin Varga (* 1996), Fußballspieler
‱ Mihály Varga (* 1965), Politiker

Weblinks

Commons

: Karcag

– Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Karcag. Offizielle Webseite. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
‱ Karcag vĂĄros. Wappen von Karcag. In: Nemzeti JelkĂ©pek. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
‱ Karcag. In: A Pallas nagy lexikona. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
‱ DĂ©rynĂ© MƱvelƑdĂ©si Központ Ă©s VĂĄrosi KönyvtĂĄr. Kulturzentrum und Stadtbibliothek. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
‱ Karcag TV. Lokaler Fernsehsender. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
‱ Karcag/Ungarn. Stadt Schwarzheide; abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).

Einzelnachweise

cite-note-11. Helyi önkormĂĄnyzati vĂĄlasztĂĄsok 2024. jĂșnius 9. - Karcag. Nemzeti VĂĄlasztĂĄsi Iroda, 2. August 2024, abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch, englisch).
cite-note-22. ↑ http://www.vcsk.hu/ Siehe Kapitel zur Stadtgeschichte (ungarisch)
cite-note-33. ↑ Karczag. In: A Magyar Korona OrszĂĄgainak helysĂ©gnĂ©vtĂĄra 1913. Budapest 1913, S. 723–724 (ungarisch).
cite-note-44. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 15. Februar 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karcag.hu Programm zur Zusammenarbeit mit den Nachbarorten (ungarisch)
cite-note-55. ↑ Karcag testvĂ©rvĂĄrosi kapcsolatai. In: karcag.hu. Abgerufen am 30. Oktober 2024 (ungarisch).
cite-note-66. ↑ Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 31. August 2009 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karcag.hu Überblick ĂŒber die Auszeichnungen der Stadt (ungarisch)
cite-note-77. ↑ http://www.karcag.hu/mss01/alpha?do=2&st=1&pg=3&m7_doc=90&m4_act=136@1@2Vorlage:Toter Link/www.karcag.hu (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2019. Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prĂŒfe den Link gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Die BĂŒrgerwehr auf der offiziellen Seite der Stadt (ungarisch)